Eine kleine Bibliothek ersetzte alte Gipskartonwände durch Regale aus wiederverwendeten Bühnenpodesten. In eingelassenen Metallstreifen stehen Sätze aus Stadtchroniken. Besucherinnen scannen Codes und hören Erinnerungen an Markttage. Die modulare Konstruktion lässt sich zur Lesebühne umbauen. Reparaturen dokumentiert ein offenes Heft am Tresen. So wird Lesen, Lernen und Pflegen zu einem zusammenhängenden Erlebnis, das den Ort kontinuierlich aktualisiert, ohne seine Herkunft zu verwischen.
Eine Markthalle sammelt ausgediente Stühle, prüft Stabilität, versieht sie mit austauschbaren Sitzflächen und Farbcodes für Routen. Jede Reihe erzählt eine Nachbarschaftsgeschichte, gesammelt in Workshops. Ein Reparaturwagen fährt wöchentlich durch die Halle, Kinder schrauben mit. Auf einem Display ist der Materialfluss sichtbar. So entstehen Sitzgelegenheiten mit Charakter, deren Pflege Teil des Einkaufsrituals wird, während die CO₂-Bilanz und Beschaffungskosten messbar sinken.
Im Park entstand ein Pavillon aus rückgebauten Balken, der sich durch saisonale Stoffbahnen verwandelt. Im Frühjahr erzählen eingestickte Migrationsrouten von Ankünften, im Herbst erinnern Muster an Ernten. Nutzergruppen tauschen Paneele, reparieren Verbindungen und dokumentieren Kleinteile in einer öffentlichen Kiste. So bleibt der Ort wandelbar, kreislaufgerecht und nah an den Geschichten, die ihn tragen. Der Pavillon ist Bühne, Werkstatt und Archiv zugleich.
All Rights Reserved.